Gesprächsabend: Frühling ohne Vogelgezwitscher?

Der Frühling bleibt stumm, und plötzlich fragen wir uns, wo die Vögel sind. Die Blumen beginnen zu blühen, doch nur vereinzelt summt noch eine schwache Biene von Blüte zu Blüte. Höfe sterben und die große Agrarindustrie mindert Biodiversität und Qualität auf unseren Tellern. Wir brauchen eine Landwirtschaft im Einklang mit Natur und Umwelt. Darüber diskutierten zahlreiche Interessierte mit der Europaabgeordneten Maria Heubuch und mit Andrea Schwarz (MdL). Bericht lesen...

 

Nachhaltigkeit in der Finanzverwaltung

Staatsekretärin zu Gast bei den Grünen in Karlsruhe-Land

[PM vom 25.11.2016] Finanzstaatssekretärin Gisela Splett hat auf einer Abendveranstaltung am 24.11.16 im Bruchsaler Bürgerzentrum die wesentlichen Kernpunkte einer nachhaltigen Finanzverwaltung dargestellt. Durch ihren Vortrag löste Splett, ungeachtet des als eher sperrig geltenden Themas, lebhafte Diskussionen bei den Zuhörer*innen aus. weiterlesen

Neujahrsempfang 2017

Gut besuchter Neujahrsempfang des Kreisverbandes am 29.01.17 in Walzbachtal - unter anderem mit Bettina Lisbach MdL und Pascal Haggenmüller, Grüner Bundestagskandidat im Wahlkreis Karlsruhe-Land.
Herzlichen Dank an den Grünen Ortsverband Walzbachtal für die Vorbereitung und das gute Gelingen!


Nie wieder Auschwitz hieß auch, nie wieder Antisemitismus, auch nicht in Deutschland. Was eine Weile Konsens zu sein schien, wurde schlagartig bei den Pro-Hamas-Demos in diesem Sommer erledigt; so laut und öffentlich toleriert durfte sich Antisemitismus in der Bundesrepublik selten zeigen. Schnell bemühten sich Politiker aller Couleur zu erklären: "Antisemitismus hat in unserem Land keinen Platz!", im nächsten Satz aber sprachen sie beim Gaza-Krieg von einer" Schuld auf beiden Seiten" und behaupteten, dass Israel keinen Frieden wolle.

Um dieser allgemeinen Stimmung für eine islamistische Gruppierung wie die Hamas Wissen entgegenzusetzen, lud der Kreisverband Karlsruhe-Land von Bündnis 90/Die Grünen den Politikwissenschaftler und Publizisten Matthias Küntzel ein, über Israel, die Hamas und den jüngsten Gaza-Krieg zu sprechen.

Tatsächlich kam der Gaza-Krieg erst vor wenigen Wochen mit einem unbefristeten Waffenstillstand zu einem Ende, doch angesichts der angespannten Weltlage scheint er schon wieder fast vergessen. Küntzel rekapitulierte die Ereignisse, die zu den Pro-Hamas-Demos verleitet hatten: Damals hätten die Opferzahlen viele Menschen dazu gebracht, sich auf die Seite der Hamas zu schlagen, ohne sich die Situation genau anzuschauen. Die Hamas sei jedoch eine Terrororganisation, die die eigene Bevölkerung als Waffe einsetze; ihr Programm, die Charta der Hamas, formuliert öffentlich nachlesbar als Ziel die Vernichtung Israels.

Doch das Problem hinter der Hamas sei vor allem der Iran, denn während dieses Mal tatsächlich das Vorgehen der Hamas auch in der arabischen Welt auf Ablehnung gestoßen sei, stellte sich dieser mit zahlreichen israelfeindlichen Äußerungen hinter die Hamas, obwohl diese im Gegensatz zum iranischen Regime den sunnitischen Islam vertritt. Dabei sei es wichtig, zu wissen, dass der riesige Iran und der winzige Gaza-Streifen "Islamische Staaten" seien, in denen die Scharia gilt. Das Beispiel zeige auch, dass sich die schiitischen und sunnitischen Islamisten, trotz aller Kämpfe untereinander, immer dann wieder einig seien, wenn es gegen den Westen oder Israel gehe. Beide Richtungen teilen die Ablehnung der Demokratie und setzen auf Gottesrecht. Vor allem aber eint sie ihr Antisemitismus, der Hass auf Juden und auf Israel. Projekte wie z.B. ein Fußballturnier des israelischen Peace-Centers zwischen palästinensischen und israelischen Jugendlichen würden deshalb von der palästinensischen Fatah als Verbrechen gegen die Menschheit bezeichnet.

Durchaus kritische Fragen aus dem zahlreich erschienenen Publikum zu der Mauer in Jerusalem, den Siedlungsgebieten und zur Staatsgründung konnte der Referent mit seinem historischen Wissen mühelos beantworten. Bedauerlich sei, so Küntzel, dass der Westen das historische Wissen vergesse und trotz der aktuellen Entwicklung im Nahen-Osten mit den Terrororganisationen wie Hamas und ISIS unverdrossen fordere, dass Israel denjenigen, die Tod den Judenbrüllten, auf halbem Weg entgegen komme. Dabei sei es auch für ihn selbstverständlich, dass keinesfalls alle Aspekte israelischer Politik verteidigt werden müssten, erläuterte der Referent: Doch hierhandle es sich keinesfalls um einen herkömmlichen Krieg, gegen Kräfte wie Hamas, ISIS und Iran gehe es um einen Existenzkampf Israels: Hier könne es nur Solidarität mit Israel geben.

Der Vortrag ist in archive.org online und kann jederzeit angehört werden: Einfach hier klicken.

Der Vortragsabend des Grünen Kreisverbandes Karlsruhe-Land zum Nahen Osten am 30.07.14 im Bürgerzentrum Bruchsal war vollgepackt mit Informationen und Beschreibungen der aktuellen Lage im Nahen Osten.

Für Thomas von der Osten-Sacken - Geschäftsführer von Wadi e.V., freier Journalist und Publizist - gehört der Nahe Osten, wie wir ihn jahrzehntelang kannten, unwiderruflich der Vergangenheit an. Auch der Arabische Frühling ist weit weg: Die radikaldemokratischen Forderungen der arabischen Straße nach Volkssouveränität, Demokratie, Menschenrechten und One Law for All, die denen der badischen Revolution und der Offenburger Erklärung von 1847 gleichen, wurden im Westen in ihrer revolutionären Qualität kaum verstanden. In den Staaten selbst aber stellten sie fundamental und grundlegend die herrschenden Systeme in Frage und wurden dementsprechend hart und unerbittlich bekämpft.

Statt jedoch demokratische Bewegungen zu unterstützen, zeigten sich die USA und Europa zögerlich, stützt die Obama-Administration aktuell etwa autoritäre Führer wie Maliki, den schiitischen Ministerpräsidenten des Irak, unterließ es gegen den sysrischen Diktator Assad vorzugehen und verhandeln mit dem Iran.

Die Terror-Organisation ISIS konnte inzwischen eine eigenständige Ökonomie aufbauen, sodass sie, solange Krieg herrscht, nicht mehr auf die Unterstützung von außen angewiesen ist. Der Islamische Staat, der Iran und ISIS werden aber nicht aufhören, ihre Ideologie mit roher Gewalt gegen Andersgläubige, Frauen und alle, die sich ihnen in den Weg stellen, durchzusetzen und auszuweiten, bis sich alle widersetzenden, freiheitlichen Strukturen vollkommen zerstört sind.

Der Westen muss aufhören, gutgläubig mit destruktiv faschistischen Regimen zusammenzuarbeiten, statt diejenigen zu schützen und zu fördern, die universelle Rechte und Demokratie gegenüber allen reaktionären Ansprüchen mit ihrem Leben verteidigen.

Sollte Akteuren, wie dem Islamischen Staat und dem Iran das Feld überlassen werden, droht in der ganzen Region ein konfessionell aufgeheizter Dreißigjähriger Krieg, der weitere Millionen von Menschen in die Flucht treiben und am Ende eine völlig zerstörte Region hinterlassen würde.

Der Vortrag ist in archive.org online und kann jederzeit angehört werden:Einfach hier klicken.